Krankheiten - Swarm of Rats - Farbrattenzucht aus Velbert (NRW)

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Krankheiten

Wissenswertes
Atemwegsinfektionen
die wohl häufigste Erkrankung bei Farbratten sind Atemwegsinfektionen.
Diese äußern sich durch niesen, röcheln, rasselnde/gurrende Atemgeräusche, feuchten Nasenausfluss, zum Teil struppiges/glanzloses Fell. Bei Atemwegsinfektionen ist es wichtig, dass man schnell reagiert und bereits nach ein paar Tagen nach den ersten Symptomen einen Tierarzt zur Behandlung aufsucht. Wenn Atemwegsinfektionen verschleppt werden, können sich diese schnell zu einem chronischen Leiden entwickeln. Die Behandlung erfolgt meist durch homöopathische Mittel oder Antibiotikum, unterstützend werden auch gerne mal Immunstärker empfohlen. Die Heilungschancen sind bei Früherkennung sehr gut. Dennoch gibt es auch Atemwegserkrankungen, die trotz Behandlung nicht vollständig geheilt werden können. In akuten Fällen kann auch eine Cortisontherapie von Nutzen sein.

Mycoplasmose
Mycoplasmose wird durch ein Bakterium namens Mycoplasma pulmonis hervorgerufen. 
Dieses Bakterium ist bei so ziemlich jeder Farbratte vertreten. An sich ist dieses Bakterium kein Problem für unsere Farbratten, es sei denn es kommt zu einem Ausbruch der Krankheit Mycoplasmose. Ratten mit einem schwachen Immunsystem sind besonders gefährdet für den Ausbruch dieser Krankheit. Doch auch schlechte Haltungsbedingungen, Stress, Infektionen oder schlechtes Futter können den Ausbruch begünstigen. Sobald es zu einem Ausbruch der Krankheit gekommen ist, zeigen sich Symptome wie z.B. niesen und wässriger Nasenausfluss (rotes Sekret an Nase und Augen). Im weiteren Verlauf sind auch die unteren Atemwege betroffen. Dann kann es auch zu Atemnot und einer Störung des Allgemeinbefindens (zeigt sich oft durch struppiges, glanzloses Fell, zum Teil auch durch Appetitlosigkeit und zugekniffenen Augen) kommen. Auch Mittelohrentzündungen und genitale Entzündungen (bei Weibchen) können Spätfolgen der Erkrankung sein. Mycoplasmose kann nicht geheilt werden. Die Symptome können lediglich durch die Gabe von einem Antibiotikum gehemmt werden (bei Nichtanschlagen sollte auf ein andere Antibiotikum umgestiegen werden). Daher ist es besonders wichtig, dass man vorbeugende Maßnahmen trifft (artgerechte Haltungsbedingungen, Stressreduzierung, Hygiene, Stärkung des Immunsystems). Eine genaue Diagnostizierung durch den Behandelnden Tierarzt ist sehr schwierig. Oftmals werden daher Mycoplasmen als Ursache für das Auftreten von Erkältungserscheinungen genannt. In erster Linie sollte dennoch vorerst eine Erkältung durch mildere Medikamente ausgeschlossen werden. Denn nicht bei jeder Erkrankung ist es auch nötig ein Antibiotikum zu verabreichen. Die Gabe eines Antibiotikums sollte daher erst als zweite Möglichkeit in Betracht gezogen werden, da jede unnötige Verabreichung lediglich zur Schwächung des Immunsystems führt und somit den Ausbruch von Mycoplasmose begünstigt.

Ekto- und Endoparasitenbefall
Unter Ektoparasiten sind Milben, Haarlinge/Läuse, Hautpilze gemeint. Einen Ektoparasitenbefall erkennt man in der Regel an Veränderungen der Haut. Bei Milben kratzen sich die Ratten vorerst vermehrt, bei einem starken Befall kratzt sich die Ratten auch Stellen (vorwiegend hinter den Ohren/am Nacken und Schultern) blutig – es bilden sich Krusten. Bei Haarlingen sieht man weiße „Stippen“ im Fell – die Nissen der Haarlinge. Auch Haarlinge verursachen Juckreiz. Bei einem Pilzbefall verändert sich Stellenweise die Hautoberfläche (Schorfbildung). Mögliche Ursachen für einen Ektoparasitenbefall sind mangelnde Hygiene, Stress oder äußere Quellen wie Futter, Einstreu, andere Tiere. In jedem Fall ist es wichtig umgehend einen rattenerfahrenen Tierarzt aufzusuchen. Sowohl die Tiere, als auch die Umgebung müssen dann mit zur Bekämpfung vorgesehenen Mittel behandelt werden.
Bei Endoparasiten handelt es sich um Einzeller (z.B. Flagellaten, Giardien) und Würmer (z.B. Fadenwürmer). Mögliche Symptome können u.a. Durchfall, übel riechender Kot, Appetitlosigkeit, aufgeblähter Bauch, Welpensterben, Fehlgeburten, allgemeines Unwohlbefinden sein. Endoparasiten können u.a. durchs Futter und andere Tiere eingeschleppt werden. Stress und mangelnde Hygiene begünstigen die rasche Vermehrung von Endoparasiten. Da man bei geringerem Befall nicht immer Symptome erkennt, empfiehlt sich regelmäßig (bei einem festen Rudel 1-2 mal im Jahr, bei neuen Tieren vor der Integration) Kotproben beim Tierarzt untersuchen zu lassen. Bei einem Befall wird mit einem Antiparasitika behandelt. Besonders wichtig wird dann die Anwendung einer streng eingehaltenen Hygiene, da Endoparasiten auch in der Umgebung noch längere Zeit überleben können. Der Käfig als auch die Umgebung muss dann mit einem speziellen Desinfektionsmittel gereinigt werden (herkömmliche Desinfektionsmittel sind oftmals unwirksam). Bei einigen Arten wird auch die Verwendung eines Dampfstrahlers empfohlen.

Tumore und Abszesse
Ratten neigen leider grundsätzlich zur Tumorbildung. Nach meinen Erfahrungen sind vor allem Weibchen gefährdet. Am häufigsten bilden sich Tumore ab dem zweiten Lebensjahr. Da nicht jeder Tumor gleich bösartig sein muss, empfiehlt es sich einen erfahrenen Tierarzt aufzusuchen. Dieser kann dann entscheiden ob eine Operation Erfolgversprechend sein und die Lebensqualität des Tieres verbessern kann. Sollte es sich um einen inoperablen Tumor handeln, ist es wichtig, das Tier regelmäßig dem Tierarzt vorzustellen, da dieser auch bei starker Umfangsvermehrung die Haut um den Tumor herum begutachten muss um ein reißen der Haut und somit Offenlegung des darunterliegenden Gewebes zu verhindern.
Doch nicht nur Tumore sorgen für eine rasche Umfangsvermehrung. Auch Abszesse können dafür die Ursache sein. Sie entstehen oftmals durch verunreinigte Wunden oder Entzündungen im Körper. Abszesse werden in der Regel beim Tierarzt geöffnet, ausgespült und im Nachgang mit einem Antibiotikum, homöopathischen Mitteln und/oder Jod behandelt. Ggf. müssen weitere Spülungen der Wunde durchgeführt werden.   

Schiefkopf
Schiefköpfe entstehen durch Mittelohrentzündungen, Schlaganfälle, Parasitenbefall in den Ohren, Zahnproblemen oder Gehirntumore.
Bei einem Schiefkopf wirken die Tiere oft orientierungslos. Sie haben bei einer starken Ausprägung Gleichgewichtsstörungen und Appetitlosigkeit. In besonders schweren Fällen drehen sich die Tiere im Kreis oder „rollen“ sich auch über den Rücken ab. Bei ersten Anzeichen muss SOFORT ein Tierarzt aufgesucht werden, da es in solchen Fällen wichtig ist schnell zu reagieren. Schon wenige Minuten können über Leben oder Tod des Tieres bestimmen. Behandlungen erfolgen durch eine Cortisontherapie, Eingabe von Antibiotika und Vitamin-B. Sollte sich trotz Behandlung (ggf. müssen weitere Antibiotika ausprobiert werden) keine deutliche Besserung des Allgemeinzustandes einstellen und die Lebensqualität des Tieres deutlich eingeschränkt sein (wenn sich die Ratte nicht mehr normal bewegen, klettern, springen und laufen kann), ist es eventuell nötig das Tier durch den Tierarzt erlösen zu lassen, denn kein Tier sollte leiden müssen.

Kopfpendeln
Vor allem rotäugige Ratten weisen leichtes bis starkes Kopfpendeln auf. Doch auch bei schwarzäugigen (vor allem bei Mink-farbenden) Ratten kommt es vereinzelt vor. Durch das Pendeln versuchen die Tiere ihre Sehschwäche auszugleichen. Die Tiere haben dadurch keinerlei Schmerzen und kommen in der Regel auch ohne Einschränkungen damit zurecht (da Ratten sowieso ziemlich schlecht sehen). Es kann max. sein, dass die Ratte dadurch etwas schüchterner und vorsichtiger ist. Behandelt werden muss ein solches Pendeln jedoch nicht.

Bumblefoot (Abszess am Fußballen)
Zu einem Bumblefoot kann es bei übergewichtigen Tieren, Verwendung von falschem Einstreu, mangelnder Bewegung, Gitteretagen und Infektionen kommen. Bei einem Bumblefoot bildet sich am Fußballen ein „Knübbelchen“, eine Art Abszess. Bumblefoots können für das Tier sehr schmerzhaft sein, sodass es zu einer Bewegungseinschränkung kommen kann. Bei der Bildung eines Bumblefoot muss sofort ein Tierarzt aufgesucht werden und das Tier mit einem Schmerzmittel versorgt werden. Die Ursachen müssen zudem umgehend beseitigt werden und das Tier vorübergehend auf einem trockenen, sauberen und weichen Untergrund gehalten werden, bis der Bumblefoot abgeheilt ist.
 
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