Erfahrungen/Tipps - Swarm of Rats - Farbrattenzucht aus Velbert (NRW)

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Erfahrungen/Tipps

Wissenswertes

Hier möchte ich über meine eigenen Erfahrungen berichten, die ich im Laufe meiner Rattenzeit sammeln konnte und die vielleicht für den ein oder anderen nützlich sein könnten.

Auswahl Männchen oder Weibchen
Da ich sehr häufig von Abnehmern (Anfängern) gefragt werde, welches Geschlecht ich empfehlen würde, werde ich hier mal einige Merkmale aufzählen, die die Tiere aus meiner Zucht meistens aufweisen. Dabei handelt es sich lediglich um Beobachtungen, die im Regelfall, aber nicht in jedem Fall aufgetreten sind. Bitte beachtet, dass jedes Tier einzigartig und individuell ist. Die Aufzählungen sind also kein Muss oder gar eine Garantie für die Tiere, für die Ihr Euch entscheidet. Alle Punkte beziehen sich zudem auf den Charakter bei Erwachsenentieren, da sie sich im Welpenalter/Jungtieralter nicht wesentlich voneinander unterscheiden.
Männchen:
In der Regel sind meine Jungs eher die ruhigeren Gemüter. Auf dem Tagesplan steht daher ganz viel kuscheln, schlafen, faulenzen und fressen. Sie sind daher die perfekten Begleiter für Menschen, die es gerne kuschlig und ruhig mögen. Leider bringt das Ganze auch den ein oder anderen Nachteil mit sich. Ich persönlich empfinde es als schwieriger Männchen beizubringen, die Rattentoilette zu benutzen. Sie machen daher auch gerne mal in ihr Schlafgemach, was zur Folge hat, dass man dieses öfters reinigen muss. Desweiteren kann es bei Männchen vorkommen, dass sie im späteren Alter zur Dominanz neigen. Kommt nicht häufig vor, kleine Rangeleien sind auch absolut normal, aber dennoch sollte man bei Böckchen das Rudelverhalten besonders gut im Auge behalten. Im Ernstfall kann eine Kastration (nach Rücksprache mit dem Tierarzt) für Abhilfe sorgen. Vom Körperbau her sind Männchen definitiv die kräftigeren. Sie können durchaus ein Gewicht zwischen 500 und 900 Gramm auf die Waage bringen
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Weibchen:
Weibchen sind meist der aktivere Part. Sie lieben es actionreich und sind daher auch nicht so schnell müde zu kriegen. Sie sind ideal für Menschen, die ihre Tiere fordern wollen und Interesse daran haben, ihnen kleine Tricks beizubringen. Sie brauchen daher auch jede Menge Platz, viel Auslauf und Beschäftigung. Kuschelmomente lieben sie zwar auch, allerdings kommen diese nicht allzu häufig und auch nicht so ausgiebig vor wie bei den „eierlastigen“ Artgenossen. Weibchen sind in meinen Augen auch wesentlich reinlicher. Bisher konnte ich alle Mädels an das Rattenklo gewöhnen, was in einem Alter von ca. 3 Monaten auch kontinuierlich verwendet wurde. Klar geht auch hier mal das ein oder andere Köttelchen daneben, aber grundsätzlich suchen sie lieber die vorgesehene Toilette auf. bei den Mädels gibt es gerne mal Zickereien untereinander. Nicht weiter tragisch, solange keine wunden davongetragen werden. Vom Körperbau sind Weibchen ehr zierlicher. Das Gewicht beläuft sich meistens zwischen 300 und 500 Gramm.
Gemeinsamkeiten:
- Beide Geschlechter haben ihren Eigengeruch. Daher sollte jeder für sich herausfinden, mit welchem Geruch er sich eher arrangieren kann.
- Beide Geschlechter markieren ihre Umgebung, sowohl den Käfig als auch ihr Frauchen/Herrchen.  


Integration
Es gibt viele Arten, wie man Ratten integrieren kann. Ich habe vieles ausprobiert, schwöre aber mittlerweile auf eine Methode, die bisher immer angeschlagen hat.

Hamsterknast-Methode: Dafür nehme man einen (wirklich!) kleinen Käfig, diesen bestückt man lediglich mit Einstreu, Futter und Wasser. Danach setzt man alle Rudelmitglieder, samt dem neuen Mitglied in den Käfig. Das ganze muss 4-7 Tage durchgezogen werden. Während dieser Zeit dürfen die Nasen weder Auslauf, noch großartige Streicheleinheiten erhalten.
Ich weiß, das klingt sehr hart, ist es auch (für den Menschen), aber es funktioniert ;-)
Dadurch konnte ich bisher jedes neue Rudelmitglied integrieren, auch diejenigen, die gerne mal aufmüpfig wurden und vorher Unruhe ins Rudel gebracht haben. Wichtig ist, dass man die Nasen vor allem in den ersten Stunden gut beobachtet. Denn sollten sich dennoch Beißereien (bösartige) entwickeln, muss das ganze aufgelöst werden.

Futter
Ein sehr schwieriges Thema. Ich denke jeder steht zu Anfang ratlos vor den Regalen im Zoofachhandel. Leider ist es ernüchternd, wenn man weiß, dass die meisten handelsüblichen Futtersorten, die für Ratten angepriesen werden, ehr zu wünschen übrlich lassen. Nicht wird nur das meiste aussortiert und nicht gefressen, viele Futtersorten sind auch alles andere als nahrhaft und gesund. Das ist der Grund, warum ich mich in dieses Thema ziemlich rein gefuchst habe und seit gut 2 Jahren komplett selbst Futter zusammen stelle und mische. Allerdings muss man ganz klar sagen, dass sich das nur lohnt, wenn man ein wirklich großes Rudel hat, da die einzelnen Komponenten, vor allem in geringen Mengen, einfach sehr teuer sind. Daher würde ich dazu raten Futter im Internet zu bestellen. Denn dort gibt es auch Fertigmischungen die um längen gesünder und ausgewogener sind, als Zoofachhandelprodukte. Als Beispiel würde ich "Bubus Tasty Mix" empfehlen. Das bekommt Ihr in dem Onlineshop "Mixerama". Und nicht erschrecken aufgrund des Preises. - Pro Ratte füttert man ca. 1-2 EL Trockenfutter. Mit 2,5 Kilo kommt man somit ziemlich lange aus, wenn man nur ein kleines Rudel von 3-6 Tieren hat. 

 

Wenn man seinen Ratten mal selbst etwas machen möchte, dann kann man ihnen Rattenkekse backen. Dafür benötigt man:
250 g Rattenkörnerfutter
Haselnüsse und/oder ungeschwefelte Rosinen
nach Bedarf 1 Ei
1 - 2 EL Mehl
etwas Honig evt. etwas Wasser
Backoblaten als "Unterlage" oder halbierte Klopapierrollen

Auch Bananenkekse kommen bei den Nasen sehr gut an:
1 - 2 reife Bananen
Haferflocken
gehackte Nüsse
Sesamkörner
Vollkornmehl

Beide Kekssorten müssen bei 150 Grad ca. 40-50 Minuten im Ofen gebacken werden.




Auswahl eines artgerechten Käfigs
Jeder kennt vermutlich das Problem, dass es im Zoofachhandel Käfige zu kaufen gibt, die ehr schlecht als recht sind. Nicht jeder dort angegebene "artgerechte Käfig" ist auch einer. Allgemein sollte der Käfig für ein 3er Rudel niemals die Mindestmaße von 80 x 50 x 100 cm (LxBxH) unterschreiten. Ich für meinen Teil finde sogar diese Maße noch sehr knapp bemessen. Denn man muss immer bedenken, dass eine ausgewachsene Ratte eine Gesamtlänge von ca. 40 cm mit Schwanz erreicht. 80 cm x 50 cm bieten somit nicht wirklich eine Fläche, auf der die Ratte sich groß bewegen kann. Unser eins möchte ja auch nicht in einen 3 m x 1,5 m Raum gesteckt werden ;-)
Für ein glückliches, gesundes Rattenleben ist daher ein geräumiger Käfig unverzichtbar.
Handelsübliche Nagerkäfige können diesen Anforderungen in der Regel nicht gerecht werden. Daher kann ich Euch nur empfehlen sich im Bereich der Frettchen/Chinchilla Käfige umzusehen. Dort findet ihr beispielsweise den Furet XL / Furet Tower (XL x2, verbunden)  von Ferplast. In meinen Augen ein wirklich toller Käfig für Ratten. Er lässt sich einfach zusammen bauen, gut reinigen und bietet jede Menge Möglichkeiten das Käfigzubehör zu befestigen. Da der Käfig jedoch nur über kleine Ecketagen verfügt, wäre es nötig, den Käfig um eine Volletage (im Bestfall) zu erweitern. Dazu kann ich Siebdruckplatten wärmsten empfehlen. Sie sind pippifest und lassen sich super reinigen. Siebdruckplatten könnt ihr Euch in jedem Baumarkt passgenau zuschneiden lassen. Dazu einfach Schrauben und Unterlegplättchen - zur Befestigung ans Gitter- kaufen und schon habt ihr die Grundlage für ein wunderbares Rattenheim geschaffen. Im Furet XL finden getrost 4 Ratten ihren Platz. Alternativ könnt Ihr Euch natürlich auch bei Volieren umsehen. Dabei solltet Ihr jedoch darauf achten, dass die Gitterabstände nicht zu groß sind (allerhöchstens 2 cm). Auch dort müssten weitere Etagen eingebaut werden.
Ebenfalls geeignet ist der Savic Suite Royal 95 Double. Besonders gut an diesem Käfig sind die Türen. Sie lassen sich komplett öffnen, wodurch die Reinigung des Käfigs deutlich einfacher wird.
Alternativ zu den kaufbaren Käfigen, könnt ihr selbstverständlich auch selbst handwerklich tätig werden, und euren Schützlingen ein passendes Heim bauen. Viele bauen dazu einen Kleiderschrank um oder bauen aus Holzplatten einen Käfig nach Wunschmaß. Der Kreativität werden dabei keine Grenzen gesetzt. Solltet ihr unbehandeltes Holz verwenden, ist es nur wichtig dieses vorher gründlich zu lackieren. Dazu ist ein Lack mit der Kennung EN 71-3 zu verwenden. Dieser ist für Tiere absolut unschädlich. Beachtet jedoch, dass der Urin von Ratten relativ agressiv ist. Daher müssen mehrere Schichten Lack aufgetragen werden (4-6 Schichten).

Käfigzubehör
Käfigzubehör bekommt man schon einiges in Zoofachgeschäften. Doch nicht jeder hat mal so eben das Geld für teures Zubehör, welches in diesen Fachgeschäften erhältlich ist. Aus diesem Grund kann ich jedem nur raten, Ikea einen kleinen Besuch abzustatten. Dort bekommt man, vor allem in der Kinderabteilung, viele preiswerte Sachen die man super für die Käfigausstattung verwenden kann. Fengs, Stoffkisten, Mützen die man aufhängen und somit als Hängeschlafsack verwenden kann, usw. ...
Hängematten kann man ebenfalls super aus alten Kleidungsstücken oder Fleecedecken basteln. Einfach ein paar Gardinenhaken/Seilspanner aus dem Baumarkt dazu kaufen, den Stoff in die gewünschte Größe schneiden, Gardinenhaken dran festklammern und fertig ist die Hängematte.
An Röhren kann man ebenfalls sehr günstig gelangen. Wenn man nur gerade benötigt, dann reicht es sogar, wenn man in Baumärkten nach Teppichrollen fragt. Das sind ca. 3 Meter lange Papprollen (sehr harte und dicke Pappe), die man in Baumärkten gerne mal geschenkt bekommen und Zuhause dann nur noch in die gewünschte Größe sägen muss. Ansonsten kann man aber auch Abflussrohre verwenden. Bekommt man ebenfalls in Baumärkten. Dort gibt es auch welche mit Winkel, sodass man auch Kurven damit legen kann.

 
 
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